In der Radiologie, Onkologie und Chirurgie zählen bildgebende Verfahren schon lange zum Standard, um Probleme zu lokalisieren und sichtbar zu machen. Das Ergebnis ist jedoch meist ein Bild auf einem Display, das vom Arzt interpretiert und auf den Patienten übertragen werden muss. Virtual Surgery Intelligence (VSI) wandelt CT- und MRT-Daten in eine dreidimensionale Darstellung um, die sowohl bei der Operation, als auch der Diagnose und Patientenberatung völlig neue Möglichkeiten schafft.

Herausforderung: Präzise Diagnose und optimale Behandlung

CT- und MRT-Scans sind ideale Hilfsmittel, um in den Patienten „hineinsehen“ zu können. Sie geben Auskunft über die genaue Lokalisierung eines Problems und ermöglichen damit eine zuverlässige Diagnose. Doch die einzelnen Aufnahmen sind nur schwarzweiß und lassen sich nur auf einem Computerdisplay darstellen. Außerdem erfordert ihre Beurteilung einen Arzt mit geschultem Blick und ausgeprägtem Vorstellungsvermögen. Eine 3D-Wiedergabe würde hier eine erheblich bessere Orientierung und Beurteilung ermöglichen.

Lösung: Dreidimensionale Bilder und Mixed Reality

Außergewöhnliche Lösungen entstehen immer dann, wenn die richtigen Leute zusammenfinden und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen ein Team bilden. Genau das war der Fall, als der Software-Entwickler Sirko Pelzl mit Dr. med. Hans-J. von Lücken, Oberarzt für Kopf- und Halschirurgie am Katholischen Marienkrankenhaus Hamburg, zusammentraf. Es müsste doch einen Weg geben, um CT/MRT-Aufnahmen dreidimensional zu machen und direkt auf den Patienten zu projizieren, war die Überlegung. Eine Vision, die 2017 zur Gründung der apoQlar GmbH und der Entwicklung einer Softwarelösung unter dem Namen Virtual Surgery Intelligence (VSI) führte.

apoQlar mit Hauptsitz in Hamburg arbeitet bei der Entwicklung von VSI mit dem Fraunhofer Institut MEVIS, der Universität Bremen, dem Marienkrankenhaus Hamburg, Microsoft und dem Philips Health Innovation Port (HIP) zusammen.

VSI übernimmt die CT/MRT-Daten und setzt sie in ein dreidimensionales Format um, das dann über eine Microsoft HoloLens wiedergegeben wird. Darstellung und Softwarefunktionen lassen sich dabei sowohl über Gesten als auch über Sprache steuern.

Mit dieser 3D-Brille kann zum Beispiel ein Neurochirurg in das dreidimensionale Bild eines Kopfes eintauchen und dabei selbst kleinste Schädigungen erkennen. Bei der Operation lässt sich das dreidimensionale Abbild auch direkt über den Kopf des Patienten legen, sodass der Chirurg mit hoher Präzision vorgehen kann. apoQlar spricht hier von Mixed Reality.

Neben der Diagnose durch den Chirurgen ist VSI auch bei der Patientenaufklärung eine große Hilfe, denn die 3D-Darstellung vermittelt ein plastisches und nachvollziehbares Krankheitsbild.

Potenzial: Krankheiten automatisch erkennen und sichtbar machen

apoQlar sieht sich als Teil eines interdisziplinären Teams. Den Mittelpunkt dabei bildet ein Medical Advisory Board, das ständig erweitert wird. Darin finden sich hochkarätige Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen, wie Neurochirurgie, HNO-Chirurgie, plastische Chirurgie, Epileptologie, Radiologie, Radioonkologie, Kieferchirurgie und Wirbelsäulenchirurgie.

Der unmittelbare nächste Entwicklungsschritt wird das automatische Rendering unterschiedlicher Gewebestrukturen in Farbe sein. Dadurch lassen sich zum Beispiel Tumore und andere Veränderungen sichtbar machen.

Virtual Surgery Intelligence
in Numbers

3900
Operationen/Jahr im Marienkrankenhaus Hamburger
8
medizinische Fachbereiche
5
Kooperationspartner
30
Ärzte im Medical Advisory Board

Impressions

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