Was ein Segel kann, kann ein Drachen noch viel besser. Er fliegt höher und kann daher deutlich stärkere Windströmungen nutzen. Und er lässt sich mit jedem Schiff verwenden, ohne dessen Funktion zu beeinträchtigen.

Herausforderung: Windenergie statt Treibstoff und Emissionen

Sobald der Wind weht, steht jedem Schiff eine Energiequelle zur Verfügung, die kostenlos ist und keinerlei Emissionen verursacht. Was liegt also näher, als Segel zu setzen und diese Energie zu nutzen? Doch besonders bei Fracht- und Containerschiffen schränken konventionelle Segel die Funktionalität und Nutzbarkeit deutlich ein.

Die Lösung ist ein Windantrieb, der von Schiffskörper weitgehend losgelöst ist und weder die Raumnutzung des Schiffes einschränkt noch seine Beladung erschwert. Ein Drachen erfüllt genau diese Wünsche. Er nutzt die kostenlose Windkraft, spart Treibstoffkosten und senkt die Umweltbelastung.

Lösung: Ein Lenkdrachen, der für Vortrieb sorgt

SkySails wurde im Jahre 2001 von dem Hamburger Diplom Wirtschaftsingenieur Stephan Wrage gegründet. Mit einem Team aus mittlerweile 50 Mitarbeitern hat sich das Unternehmen der Nutzung der Windenergie auf See verschrieben. SkySails ist weltweit das erste Unternehmen, das diese Technologie zur Marktreife entwickelt hat.

Für die Entwicklung des SkySails-Systems wurde Stephan Wrage 2004 von  der britischen JCI mit dem Outstanding Young Person Award geehrt. 2008 wurde ihm vom WWF und der Zeitschrift Capital der Titel „Ökomanager des Jahres“ verliehen. 2011 erhielt SkySails Marine zum zweiten Mal den renommierten Sustainable Shipping Award in der Kategorie „Environmental Technology of the Year“, der von der BIMCO, Lloyd’s Register und dem WWF unterstützt wird.

In der Metropolregion Hamburg findet das Unternehmen optimale Entwicklungs- und Produktionsbedingungen. Neben seinem Hauptsitz in Hamburg hat SkySails ein Produktions- und Testzentrum in Wismar in der Metropolregion Hamburg aufgebaut.

SkySails Marine ist ein Projekt, das 2001 begonnen wurde und 2012 Marktreife erlangt hat. Kern des Systems ist ein dynamisch gesteuerter Zugdrachen. Er ist über ein hochfestes Zugseil mit dem Start- und Landesystem an Bord verbunden. Dieser Aufbau befindet sich im Bereich des Vorschiffs und beeinträchtigt daher weder die Ladefläche noch den Lade- und Löschvorgang.

Die Bedienung des Systems erfolgt über ein Steuerpult auf der Brücke. Dabei fährt ein Teleskopmast aus, der Drachen entfaltet sich und geht auf eine Höhe von rund 200 m, um die dort vorhandenen Höhenwinde zu nutzen. Über eine automatische Steuerung führt er dabei gezielte Manöver aus, die sich nach Windrichtung, Windstärke und Schiffsgeschwindigkeit richten.

Potenzial: Umweltentlastung mit Kostenvorteil

Bei gutem Wind kann das SkySails System eine Antriebsleistung bis zu 2 MW erzeugen. Das ist pro Quadratmeter Fläche bis zu 25 Mal mehr Energie als mit herkömmlichen Windantrieben möglich wäre.

Eine Kilowattstunde Antriebsleistung kostet 6 Cent für Investition und Wartung der Anlage. Das ist etwa die Hälfte des Kostenaufwands, den der konventionelle Dieselantrieb erfordert. Gleichzeitig wird der CO2-Ausstoß eines Schiffes um bis zu 30 Tonnen pro Tag gesenkt. Die International Maritime Organization (IMO) geht daher davon aus, dass sich mit der SkySails Technologie bis zu 100 Mio Tonnen CO2-Emissionen einsparen lassen. Das entspricht rund 11 % des Anteils von Deutschland.

Stand: August 2019

SkySails Marine
in Numbers

2
Megawatt Antriebsenergie aus Höhenwind
50 %
Kostenersparnis
30
Tonnen Einsparung an CO2 pro Schiff
100 Mio
weniger Co2-Emissionen weltweit
11 %
der gegenwärtigen CO2-Emissionen Deutschlands

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