Eine Stadt ist ein ständiger Veränderungsprozess. Allein in Hamburg gibt es 25.000 Baustellen pro Jahr. Die müssen nicht nur aufeinander abgestimmt werden, um Zeit und Ressourcen zu sparen. Sie müssen auch koordiniert werden, um den Verkehrsfluss so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Herausforderung: Miteinander reden. Gemeinsam planen. Projekte abstimmen.

In einer Stadt gibt es mehrere Betriebe, die sich um die öffentliche Infrastruktur kümmern. In Hamburg sind dies der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG), Hamburg Wasser, Hamburg Energie, die Hamburger Hochbahn, die Hamburg Port Authority und die sieben Bezirke der Stadt. Sie alle können Baumaßnahmen initiieren, die sich auf Anwohner und Verkehrsteilnehmer auswirken. Daher müssen alle ständig im Kontakt bleiben, um ihre Aufgaben aufeinander abzustimmen.

Lösung: Transparenter Wissensstand für alle Beteiligten

Städtische Bauprojekte haben eine Vorlaufzeit von bis zu 5 Jahren. Mit dem Projekt ROADS hat Workplace Solutions Hamburg (WPS) eine softwaregestützte Lösung entwickelt, die sämtliche Prozesse abbildet, die mit der Projektierung, Planung und Durchführung von städtischen Baumaßnahmen zu tun haben. Damit werden anstehende Maßnahmen bereits in einer sehr frühen Phase erfasst und im Laufe der Zeit mit immer konkreteren Informationen angereichert. Alle Beteiligten haben jederzeit Einblick in den aktuellen Planungsstand.

Im Mittelpunkt steht eine Straßenkarte, die alle Maßnahmen visualisiert, die für einen gewählten Zeitraum geplant sind. Dadurch werden Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Maßnahmen erkennbar wie noch nie zuvor – und das lange bevor ein Projekt in die konkrete Planungsphase tritt. An einem interaktiven Planungstisch mit Touchscreen-Oberfläche treffen sich die Verantwortlichen der einzelnen städtischen Betriebe, um sich gemeinsam ein Lagebild zu verschaffen. Konflikte lassen sich im Dialog lösen. Einzelne Maßnahmen können nicht nur optimal aufeinander abgestimmt, sondern lassen sich auch zusammenführen, wo dies möglich ist. Dafür lassen sich unterschiedliche Lösungsszenarien anzeigen, ändern, verwerfen und festhalten.

ROADS bietet Schnittstellen zu bereits bestehenden IT-Systemen. Neben dem Planungstisch steht auch ein Management-Board zur Verfügung, das bei Sitzungen eingesetzt wird. Es macht die Situation vor Ort sichtbar und unterstützt bei der Entscheidungsfindung und Beschlussfassung. Die Informationseingabe, Administration und Detailplanung der einzelnen Maßnahmen erfolgt über Desktop-Rechner und Notebooks.
ROADS ist seit 2016 im produktiven Einsatz und wird ständig weiterentwickelt und mit zusätzlichen Funktionen ergänzt. Die in ihrer Form bisher einmalige Lösung wurde vom BSVI (Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure) mit dem Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr in der Kategorie Innovation ausgezeichnet.

Potenzial: Auf dem Weg zur ganzheitlichen Informationsplattform

Zur mobilen Datenerfassung und für den Datenzugriff vor Ort wird es künftig auch mobile Arbeitsplätze geben, die für Tablets und Smartphones optimiert sind. Außerdem ist ein Web-basierter Arbeitsplatz geplant, über den zum Beispiel externe Planungspartner oder auch nachgeordnete Behörden Einblick in bestimmte Planungsaspekte erhalten können. Über eine Web-basierte Bürger-Informationsplattform werden sich künftig auch die Bürger der Region über Baumaßnahmen und Umleitungen informieren können.

ROADS
in Numbers

5.000
Baustellen pro Jahr in Hamburg
31.630
Staukilometer 2017 in Hamburg
7
städtische Betriebe arbeiten zusammen

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