Im freien Gelände steigt sowohl für Skifahrer, als auch für Snowboarder und Tourengänger das Risiko von einer abgehenden Lawine erfasst zu werden. Eine Lawine bedeutet immer Lebensgefahr.

Herausforderung: Nur eine Frage von Minuten

Die Chance, sich selbstständig aus den Schneemassen zu befreien, ist gering. Etwa 10 bis 15 Minuten bleiben, um Lawinenopfer zu orten und auszugraben, danach sinken die Aussichten rapide, den Verschütteten lebend zu bergen. Zur Notfallausrüstung von Wintersportlern gehören deshalb bereits seit gut 30 Jahren Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte. Der Umgang mit den LVS-Geräten ist jedoch nicht einfach.

Lösung: Die Lage von Lawinenopfern genau markieren

Die Bluebird Mountain GmbH, gegründet 2017 von Daniel Leppert, Markus Müller, Konstantin Kollar und Moritz Obermeier, hat eine neue Variante der Lawinensicherheitstechnik entwickelt: PowderBuddy, die faltbare Drohne.
PowderBuddy ist nicht größer als eine Thermosflasche und wird in einem Abschussrohr am Rucksack angebracht. Bei der Flucht vor einer anrollenden Lawine wird die faltbare Drohne durch einen simplen Zug am Auslösegriff aktiviert. Angetrieben von einer Feder wird PowderBuddy aus der Hülle katapultiert, startet automatisch und verfolgt das LVS-Gerät des Nutzers mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Kilometern pro Stunde im sicheren Abstand zur Lawinenoberfläche. Im Falle einer Verschüttung schwebt PowderBuddy – gut sichtbar dank Signalfarbe – über der exakten Position des Verschütteten und zeigt damit den Suchenden eindeutig, wo sie mit der Rettung beginnen müssen.

Aktueller Prototyp und technologischer Proof-of-Concept ist Ikarus, gewissermaßen der Großvater von PowderBuddy. 25 Prototypen wurden im Februar 2018 an Testkunden und Partner ausgeliefert. Ziel der Testkampagne ist es, von erfahreneren Wintersportlern Feedback über unterschiedliche Einsatzszenarien zu erhalten und die Weiterentwicklung voranzutreiben.

Das Hamburger Startup Bluebird Mountain ist Preisträger des Gründerwettbewerbs Digital Innovation 2017 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und konnte den UNI-PITCH Hamburg 2017 für sich entscheiden.

Potenzial: Was in den Bergen funktioniert, geht auch auf See

Geplante Features sind etwa die Kompatibilität mit handelsüblichen LVS-Geräten und Lawinenairbags, eine noch einfachere Integration in Rucksäcke sowie eine weitere Reduktion von Gewicht und Größe. Eine weitere Einsatzmöglichkeit könnte die Seenotrettung mit PowderBuddy sein.

PowderBuddy
in Numbers

4
Gründer
80
Kilometer pro Stunde
10-15
Minuten entscheiden
25
Prototypen ausgeliefert
2019
geplante Markteinführung

Impressions

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