Containerschiffe lassen auch während der Liegezeit im Hafen die Dieselaggregate laufen, um ihre Energieversorgung sicherzustellen. Das führt zu einer erheblichen Umweltbelastung. Doch es gibt eine Hamburger Lösung, die auf weltweites Interesse stößt.

Herausforderung: Wirtschaftliche und umweltfreundliche Energie für Containerschiffe

Die vier Hamburger Containerhäfen werden von fast 4.000 Schiffen pro Jahr angelaufen. All diese Schiffe verfügen über ihre eigene Energieversorgung, die auch während der Liegezeit durch ständig laufende Dieselaggregate aufrechterhalten wird. Eine Folge davon: allein im Hafen entstehen rund 1/3 aller in der Stadt Hamburg gemessenen Stickoxide.

Ein Schiff mit einem Energiebedarf von rund 1,5 MW/h kann man jedoch nicht einfach an das öffentliche Stromnetz anschließen. Dafür sind nicht nur Investitionen in 2-stelliger Millionenhöhe erforderlich. Die dabei anfallenden Steuern und Umlagen führen auch zu einem Strompreis, der um ein Vielfaches höher liegt als die vom Schiff selbst erzeugte Energie.

Ideal wäre daher eine externe Energieversorgung, die dafür sorgt, dass Containerschiffe zumindest im Hafen ihre Dieselaggregate abschalten können. Diese Lösung müsste nicht nur deutlich umweltfreundlicher sein als die Verbrennung schmutzigen Schiffsdiesels. Sie müsste auch wirtschaftlich darstellbar sein und die erforderliche Versorgungssicherheit bieten.

Lösung: Ganzheitlicher Ansatz zur Senkung von Emissionen

dass China im Rahmen seiner Green Agenda ebenfalls die Absicht hat, die Eigenstromversorgung von Containerschiffen während der Liegezeit zu beenden.

Das LNG PowerPac passt zu zum bereits etablierten Schnittstellen-Standard. Außerdem erfordert diese Lösung keinerlei zusätzliche Infrastruktur, denn die Einheiten lassen sich wie gewöhnliche Container handhaben und mit dem ohnehin vorhandenen Equipment bewegen und im Schiff aufstellen. Bei höherem Energiebedarf können auch zwei Einheiten parallel eingesetzt werden. Bei längerer Liegezeit lässt sich problemlos ein zweiter Tank ergänzen.

Ein kritischer Punkt ist die Wirtschaftlichkeit. Bei der Energieerzeugung über bordeigene Dieselaggregate entstehen Kosten von maximal 3 Cent pro kW/h. Die Kosten für die Energieversorgung mit dem LNG PowerPack sind jedoch deutlich höher. Die Hamburg Port Authority (HPA) hat sich daher zu einer ganzheitlichen Lösung entschlossen und unterstützt dieses Pilotprojekt aktiv: Containerschiffe, die ihre Energieversorgung im Hafen auf LNG umstellen, erhalten derzeit einen Nachlass auf die Hafengebühren, mit der die damit verbundenen höheren Kosten ausgeglichen werden.

Das Projekt LNG PowerPac gilt als ein zukunftsträchtiges Pilotprojekt für mehr Umweltschutz im Hafen. Das hat auch das Bundesverkehrsministerium erkannt und unterstützt daher dieses Hamburger Projekt mit einer Einzelförderung von 4 Millionen Euro.

Potenzial: Schlüsseltechnologie für weniger Emissionen im Hafen

Erste Feldversuche mit dem LNG PowerPac finden seit 2018 in Kooperation mit Hapag Lloyd statt. Die im Transatlantikdienst eingesetzten Containerschiffe der Reederei haben bereits die erforderliche Infrastruktur an Bord und bieten damit optimale Voraussetzungen, um die umweltgerechte Energieversorgung im Hafen zu testen.

Neben der HPA sind sich auch andere Häfen der Problemlage bewusst und arbeiten daran, die Emissionen von Containerschiffen während der Liegezeit zu reduzieren. Die USA sind hier der Vorreiter und haben bereits 2012 komplett auf Landstrom-Versorgung umgestellt. Im Rahmen seiner Green Agenda zielt auch China in dieselbe Richtung. Genauso wie die europäischen Häfen akuten Handlungsbedarf sehen.

Das LNG PowerPac ist hier eine optimale Lösung. Es nutzt nicht nur in der Schifffahrt bereits etablierte Schnittstellen. Es lässt sich auch in jedem Hafen der Welt einsetzen, ohne dass dafür erst weitere technische Voraussetzungen geschaffen werden müssen. HPE Hybrid Port Energy gilt mit dieser maritimen Lösung als führender Innovator im Bereich der umweltgerechten Hafen-Stromversorgung. Das Unternehmen sieht darin einen weltweit entwicklungsfähigen Markt und steht im engen Kontakt mit Hafenbetreibern von Europa bis nach China.

Stand: September 2019

LNG PowerPac
in Numbers

20%
weniger CO2-Emissionen
80%
weniger Nox Emissionen
0
Schwefel-Emissionen
0
Feinstaub-Emissionen

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