Ballungsgebiete wie Hamburg haben einen gut ausgebauten ÖPNV. Doch vor allem am Stadtrand ist es zu Fuß recht weit bis zur nächsten Haltestelle. Eine Lücke, die sich jetzt zu schließen beginnt.

Herausforderung: Nahverkehr muss an der Haustür beginnen

Die Akzeptanz des öffentlichen Personennahverkehrs ist nicht nur eine Frage von Fahrplan und Streckennetz. Es geht auch um Bequemlichkeit, wenn der Einzelne dazu bewegt werden soll, das eigene Auto stehen zu lassen und stattdessen Busse und Bahnen zu nutzen.

Was vielerorts fehlt, ist eine Möglichkeit, möglichst direkt vor dem Haus einsteigen und möglichst nahe am Zielort aussteigen zu können. Zum Beispiel ein Shuttle, das auf Knopfdruck kommt, um die letzte Wegstrecke von oder zur Haltestelle zu überbrücken.

Lösung: Shuttle-Service von und zur Haltestelle

IOKI steht für Input Output Künstliche Intelligenz. Das Unternehmen der Deutschen Bahn ist dazu angetreten, in enger Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden intelligente Mobilitätsdienstleistungen anzubieten. Dabei ist IOKI nicht als Alternative zum öffentlichen Personennahverkehr aufgestellt, sondern soll diesen intelligent ergänzen.

Die Basis dafür sind elektrische Sammeltaxis, die vom selben Hersteller stammen, der auch die Londoner Taxis produziert – was man den Fahrzeugen auch deutlich ansieht. Sie haben sechs Sitzplätze und bieten außerdem genügend Raum für Gepäck. Außerdem sind sie mit einer Rampe ausgestattet, die den barrierefreien Zugang mit Kinderwagen oder Rollstuhl erlauben.

Der Shuttle-Service von IOKI steht on demand zur Verfügung und kann bei Bedarf über eine Smartphone-App gerufen werden. Die Fahrstrecke wird dem Fahrer vom System vorgegeben und auf einem Display angezeigt. Dabei werden Fahrgäste mit ähnlichen Routen mit Hilfe eines Algorithmus automatisch zu Fahrgemeinschaften gebündelt und gemeinsam befördert. Auf diese Weise soll eine optimale Auslastung der Fahrzeuge und eine optimale Routenführung erreicht werden, während Wartezeiten auf ein Minimum begrenzt werden sollen.

Im Mittelpunkt dieses Shuttle-Service stehen dabei Randbezirke, in denen das Liniennetz des ÖPNV eher dünn ist, sodass oftmals lange Wege zurückgelegt werden müssen, um die nächste Haltestelle zu erreichen. Außerdem ist der Service ideal für kleinere Städte, in denen es nicht wirtschaftlich ist, ein herkömmliches Streckennetz mit großen Bussen zu bedienen. Auch im ländlichen Raum kann der Service sinnvoll sein, um den bestehenden ÖPNV zu ergänzen – zum Beispiel um die letzte Meile vom Bahnhof zum Zielort zu erschließen.

Potenzial: Hamburg als Pilotprojekt im urbanen Raum

Der erste Einsatz des IOKI Konzepts im urbanen Raum startete im Juli 2018 in den Hamburger Stadtteilen Lurup und Osdorf. Weitere Bezirke sollen hinzukommen.

Der Service ist über die IOKI Hamburg App rund um die Uhr buchbar. Der Kunde meldet sich über die App an und gibt Start- und Zielort ein. Er bekommt angezeigt, wann ein Fahrzeug für ihn verfügbar ist und wird dann innerhalb des Bediengebiets von einer Adresse zu einer Haltestelle gefahren – und umgekehrt. Dabei werden auch U- und S-Bahnhöfe und Bushaltestellen angefahren, von welchen die Fahrt zu Zielen außerhalb des Bediengebiets fortgesetzt werden kann. Bezahlt wird über die App oder mit HVV-Fahrkarten.

Der IOKI Shuttle fährt unter einer Linienbuskonzession und ist in das bestehende Angebot des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) integriert. Ziel des Angebots ist es, den ÖPNV im Raum Hamburg zu stärken und den Pkw-Verkehr zur reduzieren. In den genannten Stadtteilen wurden in Abständen von nicht mehr als 200 Metern zusätzliche Haltepunkte eingerichtet. Auf diese Weise wird die Fläche optimal abgedeckt und das bestehende Bus- und Bahnangebot ergänzt.

Einer der nächsten Schritte ist die noch tiefere Integration des IOKI Shuttles in den HVV. So ist zum Beispiel geplant, den Kunden beim Aussteigen die nächsten ÖPNV-Verbindungen direkt in der App anzuzeigen.

IOKI
in Numbers

20
On-Demand Shuttles
6
Sitzplätze und barrierefreier Zugang
200.000
Fahrgäste seit Juli 2018
24/7
Betrieb rund um die Uhr

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