Der öffentliche Personennahverkehr der Zukunft wird anders sein als heute. Völlig anders. Er wird intelligenter sein, bedarfsgerechter und umweltverträglicher. Die Elektromobilität wird dabei eine große Rolle spielen. Genauso wie autonom fahrende Busse schon in wenigen Jahren zum alltäglichen Straßenbild gehören werden.

Herausforderung: Auf dem Weg in die digitale Zukunft

Digitalisierung ist schon heute allgegenwärtig. Und sie wird auch dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) völlig neue Impulse geben. Doch die Weichen für die Zukunft müssen jetzt gestellt werden. Denn technische Entwicklungen brauchen ihre Zeit und die wachsende Verkehrsbelastung in den Ballungszentren verlangt dringend nach intelligenten Lösungen.

Dabei lässt sich die Mobilität der Zukunft nicht mit einer einzelnen Lösung sicherstellen. Gefragt ist vielmehr ein Verbund unterschiedlicher Verkehrsmittel. Und dabei nehmen auch autonom fahrende Busse eine bedeutende Rolle ein.

Lösung: Busse, die selbst ihren Weg finden

HEAT ist ein ehrgeiziges Vorhaben. Der Begriff steht für Hamburg Electric Autonomous Transportation und damit für ein bisher einmaliges Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Beteiligt sind insgesamt sechs Partner unter der Federführung der Hamburger Hochbahn. Darunter die Behörde für Wissenschaft, Verkehr und Innovation, Siemens und IAV, ein führender Engineering-Partner der Automobilindustrie. Hamburg sieht darin einen neuen Meilenstein für die Mobilität in einer Großstadt.

Schauplatz wird die Hamburger Hafencity sein. Schon im Frühjahr 2019 sollen hier die ersten fahrerlosen Elektrobusse unterwegs sein. Zunächst noch mit einer Begleitperson, die jederzeit eingreifen kann, falls die Technik Unvollkommenheiten zeigt. Spätestens zum Weltkongress Intelligent Traffic Systems (ITS) im Herbst 2021 soll jedoch der vollständig autonome Betrieb Wirklichkeit werden.

Im Dezember 2018 soll das erste Fahrzeug vorgestellt werden. Insgesamt soll es drei solcher Shuttlebusse geben. Sie sind rund 5 m lang, 2 m breit, wiegen 4 Tonnen und können bis zu 16 Fahrgäste aufnehmen. Ihr Einsatzbereich wird eine Strecke von 3,6 km im Bereich der Hafencity sein, wo sie mit bis zu 50 km/h unterwegs sein werden. Die Batterien werden bei Vattenfall in der Hafencity aufgeladen.

Die Aufgaben des Busfahrers werden durch eine komplexe Digitaltechnik wahrgenommen, die von der digitalen Bildverarbeitung bis hin zur Radartechnik reicht. Damit werden Verkehrsschilder genauso interpretiert, wie Fußgänger und der übrige Verkehrsfluss wahrgenommen wird. Diverse Sensoren am Straßenrand ergänzen das System, das von einer Leitstelle überwacht wird.

Potenzial: Eine Stadt völlig ohne private Fahrzeuge

Die Vision hinter HEAT ist weitreichend. Hochbahn-Chef Henrik Falk umreißt sie mit den Worten: „Die Hochbahn will die Chancen dieser Technologie nutzen, um die private Pkw-Nutzung zumindest in den Innenstädten komplett überflüssig zu machen.“ Hamburg will demonstrieren, dass diese Vision durchaus realistisch ist. Die beteiligten Projektpartner wollen damit das Know-how für einen autonomen Shuttle-Verkehr schaffen, der typisch für die Ballungszentren von morgen sein wird.

HEAT
in Numbers

6
Entwicklungspartner unter Führung der Hochbahn
3 Jahre
Entwicklungszeit bis Herbst 2021
3
autonome Elektrobusse
16
Fahrgäste je Bus (10 Sitz- und 6 Stehplätze)
3,6 km
Fahrtstrecke innerhalb der Hafencity

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