Mit dem Projekt Green4transPORT soll im Bereich des Hamburger Hafens erstmals die intelligente Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit dynamisch gesteuerten Verkehrsampeln erprobt werden.

Herausforderung: Ampeln und Fahrzeuge im intelligenten Zusammenspiel

Ideal wäre es, wenn Ampeln aktiv dazu beitragen könnten, dass der Verkehr möglichst reibungslos fließt und niemand unnötig warten muss. Perfekt wäre eine intelligente Ampel, die automatisch den Weg freimacht, wenn sich beispielsweise ein Notarztwagen nähert. Eine Ampel, die zum Beispiel Busse bevorzugt behandelt. Oder die erkennt, dass sich mehrere LKWs nähern und auf Grün schaltet, damit tonnenschwere Fahrzeuge nicht erst ausgebremst werden, um sich dann wieder Gang für Gang in Bewegung setzen zu müssen.

Das wäre gut für die Umwelt, weil sich damit leer laufende Motoren und unnötige Ampelstarts vermeiden ließen. Und es wäre ein Mittel gegen den Verkehrsinfarkt in Ballungsgebieten. Denn eine Grünphase sollte bestmöglich dem Verkehrsfluss dienen, also muss sie sich flexibel an den Verkehr anpassen. Und wenn die Ampel ihr Verhalten auch noch vorhersagt, kann der Fahrer sich optimal verhalten, weil er schon weiß, was vor ihm los ist oder geschehen wird.

Lösung: Sensorik, die Ampeln und Fahrzeuge miteinander vernetzt

Mit dem Projekt Green4transPORT soll im Bereich des Hamburger Hafens erstmals die intelligente Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit dynamisch gesteuerten Verkehrsampeln erprobt werden. Das Projekt ist Teil der Idee der Smart City von morgen und soll zum Weltkongress Intelligent Traffic Systems (ITS) abgeschlossen sein, der 2021 in Hamburg stattfinden wird.

Technologielieferant ist dabei die Niederlassung Hamburg von NXP Semiconductors, die früher unter Philips Semiconductors firmierte. Das Unternehmen ist als weltweit größter Chipzulieferer im Automotive-Bereich ein fester Begriff und liefert zahlreiche Mikrochips, die in fast jedem Fahrzeug zu finden sind. Für Green4transPORT entwickelt NXP das Modem für die Kommunikation, Sicherheitssysteme zum Schutz gegen Hackerangriffe und Software. Weitere Projektpartner sind die Hamburg Port Authority, Siemens, Technolutionx, Hamburg Verkehrsanlagen and SCANIA.

Das Projekt ist ein erster Schritt in Richtung einer neuen Generation von Fahrzeugen, die nicht nur miteinander, sondern auch mit der übrigen Verkehrs-Infrastruktur kommunizieren können. Die Kommunikation erfolgt über einen  speziell für den Straßenverkehr angepassten WLAN-Standard namens Vehicle-to-X (V2X). Damit lässt sich eine definierte und räumlich begrenzte Echtzeit-Kommunikation realisieren, die von außen nicht angreifbar ist und ein Höchstmaß an Datenschutz bietet.

Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzung. Drei Ampeln und über 150 Lkws werden 2018 mit der Funktechnik ausgestattet und miteinander vernetzt. 2019 soll dann der offizielle Startschuss für die zweijährige Pilotanwendung im realen Straßenverkehr erfolgen. Auf dem ITS Weltkongress in Hamburg werden die Ergebnisse vorgestellt. Das Ziel dabei ist, die praktischen Vorteile einer intelligent agierenden Verkehrs-Infrastruktur nachzuweisen.

Potenzial: Flüssiger Verkehr bei mehr Sicherheit und weniger Emissionen

NXP ist an zahlreichen praktischen Testläufen für die V2X-Kommunikation von morgen beteiligt. Für die Umsetzung der dafür erforderlichen Technologie arbeitet NXP mit führenden Automobil- und LKW-Herstellern zusammen. Die Technik soll schon bald genauso selbstverständlich sein, wie heute das Navigationssystem.

Mit V2X ausgestattete Fahrzeuge werden künftig mit Ampeln, Verkehrsschildern und allen Fahrzeugen in einem bestimmten Umkreis vernetzt sein. Elektronisch miteinander gekoppelte Fahrzeuge können im Konvoi Stoßstange an Stoßstange und dennoch sicher fahren, da die Reaktion der Technik 25x schneller ist als die eines Menschen. Schranken öffnen sich automatisch. Besonders gefährdete Personen (Kinder, ältere Menschen) werden erkannt und können sich sicherer im Verkehr bewegen. Der Fahrer erhält gezielte Informationen über Situationen und Gefahren. Neue Anwendungen werden völlig neue Möglichkeiten schaffen.

Green4transPORT
in Numbers

150
Fahrzeuge am Test beteiligt
2
Jahre Projektlaufzeit
3
Ampeln mit intelligenter Steuerung

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