Erneuerbare Energien wie Wind und Sonne trugen 2016 in Deutschland 30 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei. Im Jahr 2035 soll der Anteil des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien bereits bei 55 bis 60 Prozent liegen. 2050 soll dieser Anteil 80 Prozent betragen.

Herausforderung: Energie kostengünstig speichern

Weil der Wind nicht konstant weht und die Sonne nicht immer scheint, sind zunehmend Speicher erforderlich, um schwankende Mengen an produzierten Ökostrom auszugleichen. Doch wie lässt sich Energie kostengünstig speichern? Steine könnten als „grünes Energiespeicherungssystem“ einen wichtigen Beitrag leisten.

Im Bereich der erneuerbaren Energien wird das Thema Speicherung und Systemintegration zunehmend wichtig. Viel Energie wird durch Sonne und Wind gewonnen, doch was, wenn beides mal nicht zur Verfügung steht? In Zukunft könnten wir dabei auf Steine zurückgreifen. Wie ist das möglich?

Lösung: Speicherung in Steinen

Die Firma Siemens Gamesa Renewable Energy betreibt in Hamburg-Bergedorf einen Testaufbau für einen neuen Stromspeicher mit dem Namen Future Energy Solution (FES). Diese Speicherlösung wandelt überschüssige Windenergie in Wärme um, welche wiederum in einer Steinschüttung gespeichert wird. Die Steine erreichen dabei  600 Grad Celsius und gelten somit als „Hot Stones Energiespeicher“.

Die Innovation liegt bei der Lösung weniger in den Komponenten selbst als in deren Verknüpfung. Im aktuellen Testaufbau in Hamburg Bergedorf werden die thermischen Voraussetzungen des Speicherverfahrens erprobt. Die vorgesehende Damfturbine für die Rückgewinnung von Strom ist hier nicht notwendig. Den vollständigen Aufbau installiert Siemens Gamesa ab Spätherbst 2017 in Hamburg-Altenwerder. Auf dem Gelände des Aluminimherstellers  Trimet entsteht eine Demonstator-Anlage, mit der  die Hamburg Energie GmbH den praktischen Einsatz erproben wird.

Potenzial: Weitere Anwendungen

Die Idee der Energiespeicherung ist bei Siemens Gamesa in Dänemark entstanden. Praktisch erprobt hat sie Siemens Gamesa in Hamburg, da mit dem Institut für Thermofluiddynamik der TUHH auch der wissenschaftliche Partner bereitstand, sowie mit Hamburg Energie ein Energieversorger als Kunde.

Das Grundstück in Bergedorf wurde von der Stadt Hamburg zur Verfügung gestellt. Die Tests hier werden fortgesetzt, aber die praktische Anwendbarkeit der Energiespeicherung in Steinen hat das Team belegt und deren Wirkungsgrad optimiert. Breites Medieninteresse fand das Projekt auf der größten Windenergiemesse der Welt (WindEnergy 2016) in Hamburg präsentiert. Ein perfekter Mix unterschiedlicher Akteure war ausschlaggebend dafür, das Projekt in der Hansestadt umzusetzen.

Weitere kommerzielle Projekte sind laut Siemens in Planung.

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Future Energy Solution (FES)
in Numbers

36 MWh
Energie speichern
2.000
Kubikmeter Gestein
600
Grad Celcius Temperatur

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