Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist mit der elektronischen Patientenakte auf dem Weg zum digitalen Krankenhaus. Als erstes Universitätsklinikum in Europa implementierte das UKE ein flächendeckend verfügbares Krankenhausinformationssystem (KIS). Ziel ist es nicht, lediglich Papier einzusparen, sondern die für die Behandlung der Patienten benötigten Daten genau dort zur Verfügung zu stellen, wo sie gebraucht werden.

Herausforderung: Effizienzsteigerung bei größtmöglicher Patientensicherheit

Markumar oder Mevinacor? Das eine Mittel verdünnt das Blut und kann bei Überdosierung zu Blutungen führen, das andere senkt den Cholesterinspiegel. Eine Verwechslung kann gefährlich werden – ist aber nicht ausgeschlossen, etwa wenn das vom Arzt ausgestellte Rezept mit der Hand geschrieben oder unter Zeitdruck ausgestellt wurde. Es galt jedoch, nicht nur die technischen Voraussetzungen für ein komplett papierloses Arbeiten zu schaffen, sondern dieses auch im Klinikalltag umzusetzen und zu etablieren.

Lösung: Wissen – Forschen – Heilen – durch vernetzte Kompetenz

Handschriftliche Verordnungen gibt es im UKE nicht mehr. Die zentral gespeicherten Daten in der elektronischen Patientenakte sind seitdem, geschützt durch ein streng reglementiertes und zertifiziertes Sicherheitssystem, zu jeder Zeit und von jedem Ort im Klinikum von den behandelnden Ärzten und Pflegekräften aufrufbar. An mobilen Terminals können Name des Patienten, Krankengeschichte sowie Medikamenten-Verordnung abgerufen werden. Eng eingebunden ist auch die Apotheke des UKE. Dort werden täglich 12.000 Einzeldosen computergesteuert für jeden Patienten individuell in Tütchen verpackt. Die Mensch-Maschinen-gestützte Medikamentengabe hat die Fehlerrate quasi auf Null gebracht.

Beim Aufbau dieser IT-Lösungen arbeitete das UKE eng mit führenden IT-Anbietern zusammen. So basiert die elektronische Patientenakte primär auf Lösungen des US Anbieters Cerner, während im Bereich der Medikation eine Kooperation mit ID-Berlin besteht. Zudem können wichtige Informationen aus der elektronischen Patientenakte auch mit Zustimmung des Patienten an kooperierende niedergelassene Ärzte digital übermittelt werden. Ein Hamburger Leuchtturmprojekt also, das Branchen und Wertschöpfungsketten verbindet und die Player des Gesundheitswirtschaftsstandorts intelligent miteinander vernetzt.

Potenzial: Digitales Krankenhaus in Sicht – Ausbau weiterer eHealth-Lösungen

Das Hamburger UKE ist damit weltweit ein Vorbild, wie der Einsatz innovativer Technik Effektivität und Effizienz der Versorgung steigern kann. Die Patientensicherheit nimmt zu; die Gesundheitskosten sinken. Das Modell macht Schule: 2016 gab die Asklepios Kliniken Hamburg GmbH bekannt, dass auch sie auf die digitale Akte umstellen will. Sie ist die Basis für weitere Lösungen im eHealth-Bereich. Mit dem „Gesetz für sichere Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ hat der Gesetzgeber für den Austausch digitaler Daten von Ärzten und Krankenhäusern ab 2018 dafür die Voraussetzungen geschaffen.

eHealth (UKE)
in Numbers

-37,4%
Abweichungen der Medikamentengabe
2008
Plannung
2011
Einführung und Umsetzung
Stufe 7
EMRAM-Awards

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