Parkplatzsuche verursacht bis zu 30 Prozent des innerstädtischen Verkehrs. Um einen freien Parkplatz zu finden, legen Autofahrer bis zu fünf Kilometer zurück und benötigen dafür bis zu zwanzig Minuten.

Herausforderung: Gezielte Parkplatzsuche für weniger Verkehr

Nach einer Verkehrsanalyse von Inrix Research wenden Autofahrer im Schnitt 41 Stunden im Jahr zur Parkplatzsuche auf. Laut einer Prognos-Studie summierte sich das bundesweit auf jährlich 560 Millionen Stunden. Eine gigantische Zeitverschwendung und eine ganz erhebliche Belastung für den innerstädtischen Verkehr.

Das Problem ist, dass die Parkplatzsuche bisher eher nach dem Zufallsprinzip erfolgt. Einen Parkplatz am Straßenrand zu finden, ist reine Glückssache. Parkhausbetreiber bieten zwar Smartphone-Apps, die über die aktuelle Belegung informieren, aber das sind Insellösungen, die nur begrenzt genutzt werden.

Was fehlt, ist ein einheitliches System, das dem Autofahrer schon auf dem Weg in die Stadt signalisiert, wo die besten Chancen bestehen, einen Parkplatz zu finden.

Lösung: Digitale Infrastruktur für bessere Parkplatznutzung

2021 ist Hamburg Austragungsort des internationalen Kongresses Intelligent Transport Systems (ITS) und wird dort Lösungen für die urbane Mobilität und Logistik von morgen präsentieren. Auch bei der Parkraumbewirtschaftung wird nach einer intelligenten Lösung gesucht, um den für alle Beteiligten lästigen Parkplatz-Suchverkehr einzudämmen.

Federführend in der Hansestadt ist dabei der Landesbetrieb Verkehr (LBV), der bereits 2016 den ersten Schritt zu einer Lösung des Problems gegangen ist. Zusammen mit T-Systems soll künftig modernste Mobilfunktechnik dazu genutzt werden, um die Parkplatz-Situation transparent zu machen und den Parkplatz-Suchverkehr zu minimieren.

Das Projekt läuft unter dem Titel „Digitales Parken“. Hamburg hat dafür mit T-Systems einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Im Mittelpunkt steht dabei die Smartphone-App „Park and Joy“ von T-Systems, die bereits seit Oktober 2017 in Hamburg genutzt werden kann. Ziel des Projektes ist es, bis 2021 mehrere Tausend Parkplätze im öffentlichen Raum mit Sensorik auszustatten. Auch private Stellplätze und Parkhäuser sollen in die App eingebunden werden. Dabei soll der Autofahrer nicht nur gezielter einen freien Parkplatz finden, sondern diesen auch minutengenau direkt über die App bezahlen können.

Für eine erhöhte Transparenz der aktuellen Parkplatz-Situation setzt T-Systems eine Vielzahl unterschiedlicher Verkehrsdaten ein. Dazu gehören zurzeit vor allem Daten über die Auslastung der öffentlichen Stellplätze. Künftig werden auch Informationen über Parkhäuser hinzukommen. Eine Aufgabe, die vom LBV ebenfalls 2017 in Angriff genommen und bis zum ITS zügig ausgebaut werden soll.

Die Technik dafür sind robuste Sensoren, die direkt in die Straße eingelassen werden. Sie nutzen eine Kombination aus Magnetfeld- und Radar-Detektion, um das Vorhandensein eines Fahrzeugs zu erkennen. Bis Ende 2019 werden mindestens 100 solcher Sensoren in der Hamburger Altstadt, Neustadt, sowie in Wandsbek und St. Georg verbaut. Bis zum ITS sollen es mehrere Tausend im gesamten Stadtgebiet sein.

Potenzial: Nur eine App rund um das Thema Parken

Neben den Parkplatz-Sensoren in der Straße ist auch die Nutzung der zahlreichen Parkautomaten zur möglichst genauen Parkraum-Prognose geplant. Dafür müssen jedoch noch einige technische Hürden überwunden werden.

Die Bezahlung öffentlicher Parkplätze per Smartphone-App ist bereits seit 2017 möglich. Nach und nach sollen auch alle Parkhäuser und private Parkplätze der Stadt in das System eingebunden werden, sodass für die Anzeige der aktuellen Parkraum-Situation nur noch eine einzige App notwendig ist.

In der finalen Ausbaustufe soll es sogar möglich sein, nicht nur bereits während der Anfahrt einen Parkplatz im Parkhaus zu reservieren, sondern auch die Weiterfahrt im ÖPNV über die App zu organisieren. Das wäre eine wichtige Voraussetzung für das integrierte Zusammenspiel aller Verkehrsmittel: Der Autofahrer parkt außerhalb der überlasteten Innenstadt und steigt direkt in die Bahn um, die ihn ans Ziel bringt.

Die T-Systems App „Park and Joy“ ist damit ein wichtiger Schritt in Richtung der digitalen Stadt und Hamburg ist hier bundesweit der Vorreiter. Künftig wird der Autofahrer auf dem Weg in die Stadt nur noch sein Ziel eingeben und wird dann Zeit sparend und auf dem schnellsten Weg zu seinem Ziel geleitet.

Digitales Parken
in Numbers

11.000
öffentliche Parkplätze mit Parkschein-Automaten in Hamburg
20
Minuten Zeitaufwand zur Parkplatzsuche
3
Stadtteile in der Testphase
1
Smartphone-App für Park & Ride

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