Die Logistik ist eine Welt inkompatibler Systeme. Interne Prozesse werden zwar durchaus digital abgebildet. Doch für ein nahtloses Zusammenspiel mit Partnern fehlen noch anerkannte Standards und vernetzte Systeme. Cobility nutzt modernste Blockchain-Technologie für eine gemeinsame Branchen-Plattform.

Digitalisierung ohne ungewollte Abhängigkeiten

Online-Plattformen sind die Marktplätze von heute. Hier treffen Angebot auf Nachfrage und alle Prozesse laufen in einer geschützten Umgebung ab. In der Logistik ist das nicht viel anders.

Doch viele Unternehmen wollen Herr über ihre Geschäftsprozesse bleiben. Sie wollen ihre Transaktionsdaten keinem zentralen System anvertrauen, auf das sie keinen Einfluss haben. Sie wollen Datensicherheit und die Souveränität über ihre Daten behalten. Sie denken an eine Infrastruktur ohne Mittelsmann und ohne die damit verbundenen Abhängigkeiten.

Die Blockchain-Technologie bietet dafür ideale Voraussetzungen. Sie ist vom Grundprinzip her dezentral und verlangt damit keine zentrale Datenhaltung. Und sie ist inhärent sicher und schafft damit das Vertrauen für zuverlässige Prozesse über mehrere Geschäftspartner hinweg. Was fehlt, ist ein Ökosystem mit einheitlichen Standards und allen Tools, um diese vielfältigen Prozesse der Logistik-Branche abzubilden.

Digitalisierung als Gemeinschaftsaufgabe

Cobility ist ein Projekt der Unternehmen Chainstep, Evan und Xain. Chainstep hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Blockchain in die Welt der Wirtschaft zu bringen. Evan entwickelt Systeme, die digitale Identitäten verwalten, sichere digitale Transaktionen ermöglichen und für eine manipulationssichere Dokumentation sorgen. Xain ist der Spezialist für die sichere und zuverlässige Interaktion von Menschen und Maschinen.

Der Sitz von Chainstep ist das Digital Hub Logistics in Hamburg. Auch die anderen Teilnehmer im Hub sind Hamburger Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung der Wirtschaft beschäftigen. Nach hanseatischer Tradition nimmt dabei zunächst die Logistik eine führende Rolle ein.

Ziel von Cobility ist eine technische Infrastruktur, mit der sich die noch immer papierlastigen Prozesse in der Logistik digital abbilden lassen, ohne dass dabei das einzelne Unternehmen an einen bestimmten Plattformbetreiber gebunden ist. Die Unternehmen hinter dem Projekt wollen bei der Verwirklichung dieses Konzepts in drei Phasen vorgehen.

Die erste Phase startete im November 2018. Sie bestand aus initialen Workshops, in denen führende Player aus dem Logistikbereich die Möglichkeiten einer standardisierten Blockchain-Infrastruktur diskutierten und gemeinsam erste Applikationen definierten.

Im Mittelpunkt der im 2. Quartal 2019 gestarteten zweiten Phase steht die Definition der Rahmenbedingungen für ein Ökosystem auf der Basis der Blockchain-Technologie für die Branche. Es geht um die Bildung von Gremien zur Einbringung unterschiedlicher Interessen und Anforderungen. Vor allem aber geht es um die Bildung einer Branchenorganisation, die das Projekt umsetzen soll, deren rechtliche Form und Finanzierung. Chainstep ist hier Impulsgeber und treibende Kraft, der die nötigen Vorleistungen einbringt, um das Projekt Cobility zu ermöglichen.

Die dritte Projektphase startete ebenfalls im 2. Quartal 2019. Mittelpunkt ist dabei vor allem die technische Realisierung des Projektes. Dabei gilt es, erste konkrete Lösungselemente zu entwickeln, Applikationen zu entwerfen und branchenweite Standards zu definieren, die es den unterschiedlichen Geschäftspartnern im Logistikbereich erlauben werden, künftig intern und unternehmensübergreifend mit digital vernetzten Prozessen zu arbeiten.

Sichere Prozesse ohne Mittelsmann

Cobility nutzt das Internet als weltweite Kommunikationsbasis für eine ohnehin global vernetzte Branche. Die Intention ist die unternehmensübergreifende Digitalisierung der Logistik-Branche. Die vom Prinzip her dezentrale Blockchain-Technologie bildet dabei einen Vertrauenslayer, der gesicherte Transaktionen ermöglicht, ohne dass dafür die Unternehmensdaten über einen zentralen Portalbetreiber fließen müssen.

Dazu abei sollen sichere digitale Prozesse werden gewährleistet. Die Hoheit über die Daten verbleibt beim jeweiligen Unternehmen.

Das von Hamburg, dem wichtigsten Logistik-Standort Deutschlands, ausgehende Konzept bietet die Voraussetzungen, um die Logistik-Branche von ihrer noch immer papierlastigen Gegenwart in die digitale Zukunft zu bringen. Entscheidend ist dabei das Prinzip der Gemeinsamkeit, das allen Beteiligten eine Stimme gibt und frei von kommerziellen Intentionen Einzelner ist. Abhängigkeiten sollen dabei vermieden und proprietäre Systeme durch offene Standards ersetzt werden, während die Daten beim jeweiligen Unternehmen verbleiben.

Cobility soll Schritt für Schritt in die produktive Phase gehen und kontinuierlich ausgebaut werden.

Cobility
in Numbers

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Unternehmen als Impulsgeber und Projektpartner
1
Technologie als Basis für übergreifende Logistik-Prozesse
0
Plattformbetreiber als zwischengeschaltete Instanz

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