Jeden Tag atmen wir ungefähr 20.000 Mal ein und aus. Die Luftqualität im Freien variiert je nach Straßenverkehr, ansässigen Industriebetrieben und lokalen Vorschriften. Für viele überraschend: In Räumen ist die Schadstoffbelastung oft erheblich höher als draußen – teilweise bis zu 100 Mal.

Herausforderung: Gesundheitsgefahr durch Luftverschmutzung

Luftverschmutzung stellt eine gravierende Gefahr für die Gesundheit dar. Die eingeatmeten Schadstoffe erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Schlaganfällen, Herzerkrankungen, Lungenkrebs oder Atemwegserkrankungen. Während im Freien vor allem Ruß, Stickoxide, Ozon oder Feinstaub gemessen werden, sind die am häufigsten in der Raumluft gefundenen Schadstoffe Verbrennungsprodukte, biologische Partikel von Schimmelpilzen, Haustierschuppen, Pollen sowie flüchtige organische Verbindungen (VOCs), Bleistaub und Asbest.

Lösung: Verknüpfung von Problemanalyse und Lösungsansätzen

Das Hamburger Startup Breeze Technologies, gegründet 2015 von Robert Heinecke, Sascha Kuntze und Jan Rübbelke, bietet eine automatische Verknüpfung von Problemanalyse und Lösungsansätzen. Die Breeze-Luftqualitätssensoren messen alle wesentlichen Schadstoffe in Echtzeit und sind mit einem Durchmesser von etwa neun Zentimetern wesentlich kleiner als traditionelle Luftmessgeräte, die flache Konstruktion erlaubt zudem eine einfache Installation an Straßenlaternen oder Stadtmobiliar. Basierend auf Machine Learning- und Big Data-Technologien werden die Sensoren kontinuierlich nachkalibriert, um ein möglichst hohe Datenqualität und -genauigkeit zu gewährleisten. Die gesammelten Daten werden in der Breeze Environmental Analytics Cloud durch externe Datenquellen ergänzt. Das Messintervall beträgt 30 Sekunden. Potenzielle Probleme werden so in dem Moment identifiziert, in dem sie auftreten und können sofort entschärft oder nachhaltig gelöst werden. Vorschläge für Gegenmaßnahmen bietet die Breeze Analytics Suite, die über einen Katalog von mehr als 3.500 Einzelmaßnahmen verfügt – von einem luftqualitätsabhängigen Verkehrsmanagement bis zu Algenwänden.

Ihre Wirksamkeit haben die Breeze-Sensoren bereits bei Indoor-Pilottests bei mehreren Mittelständlern in Hamburg und im Ruhrgebiet bewiesen. Dabei wurden Kopierer, Drucker, Heizungsanlagen oder ungereinigte Filter in Klimaanlagen als Luftverschmutzer identifiziert.

Potential: Breeze-Technologie deutschlandweit und international

Seit Juli 2017 messen die intelligenten Sensoren des Cleantech-Unternehmens die Luftqualität im Stadtteil Rothenburgsort. Eine Ausweitung des mindestens einjährigen Pilotprojekts auf weitere Stadtteile ist geplant. Dabei sollen die Bewohner durch tägliche Newsletter, Web 2.0-Anwendungen oder mobile Apps stärker eingebunden werden, um die Bereitschaft zur Beteiligung bei Klimaschutzkampagnen zu fördern. Langfristiges Ziel ist der Einsatz der Breeze-Technologie deutschlandweit sowie international.

Hamburg hat im Juni 2017 als erste deutsche Großstadt einen Luftreinhalteplan beschlossen, um die Einhaltung der EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid schnellstmöglich zu gewährleisten. Der Plan enthält zehn auf ihre Wirksamkeit umfassend berechnete Maßnahmenpakete für die gesamte Stadt und diverse Schritte, um die lokale Belastung zu senken. Neben dem Ausbau des Radverkehrs und der U- und S-Bahnen schafft die Stadt über 200 saubere Busse an, baut über 1.000 Ladepunkte für E-Fahrzeuge und schafft für den eigenen Fuhrpark – wo immer möglich – Hybrid- und E-Mobile an. Die Umwelt-Sensornetzwerke von Breeze passen optimal in diese Strategie.

Breeze Technologies
in Numbers

30
Sekunden Messintervall
3.500
Einzelmaßnahmen gegen Luftverschmutzung
9
Zentimeter Durchmesser

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